Das AC hat zum Ziel, die Eignung für eine bestimmte Stelle und das Potenzial der Teilnehmer durch verschiedenen Simulationen zu ermitteln. Die Beobachter werden auf ihre Aufgabe im AC vorbereitet.
Bei ABB sind die Beobachter erfahrene Führungskräfte oder Personalreferenten, die mit der Zielposition sehr vertraut sind und auf diese Aufgabe in einem speziellen Training vorbereitet werden. Denn von ihnen wird vor allem eines erwartet:
Objektivität - Unterschiedliche Beobachter müssen bei gleicher Teilnehmerleistung zu vergleichbaren Schlussfolgerungen gelangen.
Die Urteilsbildung vollzieht sich in vier Phasen:
Phase 1: Beobachtung
Jeder Beurteiler beobachtet während der Simulationen jeden Teilnehmer; man spricht vom Mehraugenprinzip. Bei ABB gilt die Grundregel: Die Bewerber werden nur während der Simulationen und nicht während der Pausen bewertet. Der Beobachter hält auf vorbereiteten Bögen das Verhalten aller Teilnehmer fest. Das Verhalten eines Teilnehmers wird also bei ABB von mehreren Personen gleichzeitig beobachtet. Somit wird die Wahrscheinlichkeit von Informationsverlust und Fehlinterpretation reduziert. Konzentriert er sich - wie in vielen AC üblich - auf nur einen oder zwei Teilnehmer, besteht die Gefahr, dass das Verhalten des Kandidaten zu einseitig eingeschätzt wird.
Phase 2: Individuelle Bewertung
Ohne Kenntnis der anderen Urteile nimmt der einzelne Beobachter eine Bewertung des Verhaltens anhand eines vorgegebenen Bewertungsauftrages vor. Damit wird die Gefahr, dass wesentliche Informationen verloren gehen und das wirkliche Verhalten verallgemeinert wird, minimiert . Die Bewertung wird durch Verhaltensbeispiele ergänzt, die eine besonders gute oder schlechte Leistung dokumentieren.
Phase 3: Diskussion
Nach jeder Übung wird das Verhalten der Kandidaten in der Gruppe der Beobachter diskutiert: Jeder legt offen, welche Stärken und Schwächen er bei den Teilnehmern gesehen hat. So können die Beobachter untereinander abgleichen, ob sie den Teilnehmer gleich beurteilen. Abweichende Meinungen werden ausdiskutiert, sodass die Beobachter nach jeder Übung zu einer einheitlichen Beurteilung gelangen.
Phase 4: Auswertung
Den Beobachtern liegen nun die Verhaltensbewertungen über alle Simulationen vor. Jetzt gilt es, die durchgängigen Stärken und Schwächen, also das Kompetenz-Profil eines jeden Teilnehmers herauszuarbeiten. Jeder Teilnehmer erhält zum Abschluss ein Feedback. Bei Bedarf werden sie zu einem weiteren Gespräch mit den jeweiligen Fachabteilungen eingeladen.