Zürich/Triest, 5. November 2009 - ABB und der italienische Schiffbauer Fincantieri haben einen Kooperationsvertrag für die Herstellung und Vermarktung von speziellen Hochspannungssystemen (HVSC) für die Stromversorgung von Schiffen im Hafen geschlossen.
Die Häfen rund um den Globus sind stark an einer landseitigen Stromversorgung von Schiffen interessiert, da auf diese Weise die Emissionen in den Häfen gesenkt werden und sich die Luftqualität in den umliegenden Stadtgebieten verbessert.
HVSC-Systeme machen es möglich, Schiffe während der Liegezeit an die Landstromversorgung anzuschliessen. Diese versorgt dann die Kühlanlagen, Beleuchtungs- oder Heizsysteme mit Energie. So muss kein Treibstoff mehr an Bord verbrannt werden, um die Generatoren anzutreiben.
„ABB nahm im Januar 2000 den weltweit ersten Landanschluss im Göteborger Hafen in Betrieb“, erklärt Veli-Matti Reinikkala, Leiter der Division Prozessautomation von ABB. „Indem wir unser Know-how nun mit dem des führenden Schiffbauers Fincantieri verbinden, können wir zuverlässige Lösungen zur Reduzierung der Umweltbelastung durch die Schifffahrt entwickeln.“
Giorgio Rizzo, Leiter der Geschäftseinheit Schiffsreparaturen und -umbauten von Fincantieri, sagt dazu: „Wir freuen uns, gemeinsam mit ABB in dieser Initiative einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten. Die Reduzierung der Umweltbelastung hat auch bei den Reedern, unseren Kunden, höchste Priorität. Wir sind davon überzeugt, dass die unterzeichnete Vereinbarung ein grosser Schritt auf dem Weg zur Entwicklung technisch und wirtschaftlich optimierter Lösungen für unsere Kunden wie auch den gesamten Markt ist.“
Bei einem grossen Kreuzfahrtschiff kann eine „Steckdose“ im Hafen den Treibstoffverbrauch schon bei einer zehnstündigen Liegezeit um bis zu 20 Tonnen reduzieren. Damit sinkt der CO2-Ausstoss um 60 Tonnen, was dem Wert für 25 europäische Autos über ein ganzes Jahr entspricht. In den schwedischen Häfen Göteborg, Stockholm, Helsingborg und Pitea hat eine Landstromversorgung die CO2-Emissionen um 6.000 Jahrestonnen verringert, wie das IVL Swedish Environmental Research Institute angibt.
Die von ABB und Fincantieri zu entwickelnden neuen Landanschlusssysteme werden allen geltenden internationalen Standards entsprechen und können auf Schiffen installiert werden, während diese gebaut oder gewartet werden oder sogar noch auf See sind.
Eine landseitige Stromversorgung ist heute bereits in einigen Häfen verfügbar. Dazu zählen Los Angeles, Long Beach, San Francisco, San Diego, Seattle, Juneau und Vancouver in Nordamerika sowie weitere Häfen in Deutschland, Schweden, Finnland und den Niederlanden.
Fincantieri und ABB arbeiten bereits über das Joint Venture Seastema S.p.A., zusammen. Seastema widmet sich der Konstruktion und Entwicklung von integrierten Automationssystemen für die Schiffbauindustrie.
ABB (www.abb.com) ist führend in der Energie- und Automationstechnik. Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden in der Energieversorgung und der Industrie, ihre Leistung zu verbessern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren. Die Unternehmen der ABB-Gruppe sind in rund 100 Ländern tätig und beschäftigen etwa 120.000 Mitarbeiter.
Fincantieri (www.fincantieri.com) zählt zu den grössten Schiffbauunternehmen der Welt. Das Unternehmen mit Stammsitz in Triest beschäftigt - direkt und indirekt - rund 30.000 Mitarbeiter. Als Weltmarktführer im Bau von Kreuzfahrtschiffen und wichtiger Anbieter von Fährschiffen baut Fincantieri auch Handelsschiffe, Marineschiffe und Megayachten. Das Unternehmen betreibt zwei Designzentren, in Genua und Triest, wobei die Einrichtung in Triest das grösste Designzentrum Europas ist.