"ABB ist mit ihren Produkten auf die Zukunft eingestellt"

2009-10-13 - Zum "Solar-Zehnkampf" in Washington D.C. ist die TU Darmstadt mit dem intelligenten Solar-Haus "surPLUShome" angetreten. ABB hat die komplette Technik dafür geliefert. Im Interview mit der Unternehmenskommunikation sprechen die Projektverantwortlichen der TU und von ABB darüber, wie die Kooperation zustande kam und wo die Herausforderungen lagen.

Nach vier Wochen auf See ist das Haus "surPLUShome" in den USA angekommen und aufgebaut. Nun kann es sich mit den anderen „Häusern der Zukunft“ messen, bis der Sieger in der US-Hauptstadt am 17. Oktober gekürt wird. Professor Dr. Thomas Hartkopf, Lehrstuhl für „Regenerative Energien“ am Institut für Elektrische Energiesysteme an der TU Darmstadt diskutierte mit Bernd Wagner und Bernd Jung von der ABB Stotz Kontakt / Striebel über das Projekt.

Experte für regenerative Energien: Professor Thomas Hartkopf.
Professor Hartkopf, wie haben Sie auf die Idee für den Wettbewerb reagiert?

Thomas Hartkopf: „Meine erste Reaktion war eine positive. Viele Ideen im Bereich regenerative Energien bleiben auf dem Papier, da man sie in kommerziellen Projekten nicht ausprobieren kann. Der Solar-Decathlon-Wettbewerb war eine Möglichkeit, diese Ideen umzusetzen, sie auszuprobieren und daraus zu lernen.“

Waren die Ideen der TU von ABB direkt umsetzbar oder waren sie eher Visionen?

Hartkopf: „Wir haben bereits in einem sehr frühen Stadium zusammengearbeitet. ABB hat schon am Anfang ihr Know-how eingebracht, um die Ideen der TU umzusetzen. Man hat schnell erkannt, dass sich ABB mit ihren Produkten schon auf die Zukunft eingestellt hat.“

Bernd Wagner: „Das sehe ich genauso: Die ABB-Experten haben bewiesen, dass sie das können und die TU hat bewiesen, dass sie eine Innovationskraft hat, die auch realistisch umsetzbar ist.“

Innovationen und Visionen sind das eine - doch wem nützt das?

Hartkopf: „Trotz der innovativen Technik war uns wichtig, dass sich Menschen im Solar-Decathlon-Haus wohlfühlen können. Das Wohlfühlen darf nur nicht zu Lasten der Umwelt gehen.“
Hat angepackt: "Die ABB-Experten haben bewiesen, dass sie es können“, sagt Bernd Wagner.


Wagner: „Ja, das war wichtig. Es handelt sich zwar um unseren Beitrag für einen weltweiten Architekturwettbewerb für High-Tech-Häuser. Aber in der Technik findet sich auch ein normaler Handwerksmeister wieder. Die Produkte sind alle in Serienproduktion und im Handel zu haben. Man braucht also kein IT-Studium, um das Licht anzuschalten.“

Was hat Sie an dem Projekt am meisten beeindruckt oder herausgefordert?

Wagner: „Eine Herausforderung war sicher, das Haus so auszustatten, dass es die Energie, die es zur Versorgung braucht, selbst erzeugt. Und das Ganze eben mit Serienprodukten, nicht mit Sonderanfertigungen. Diese mussten geordnet auf kleinstem Raum eingebracht werden.“

Bernd Jung: „Das kann ich unterstreichen. Doch obwohl wir alle Produkte serienreif hatten, kamen Anfragen von Architekten, die einen serienmäßig zwei Meter hohen Verteilerschrank auf 40 Zentimeter Höhe unter der Treppe wünschten. Hier war unser Know-how gefragt, das waren Herausforderungen die wir bewältigt haben. Auch als wir an anderer Stelle zu wenig Platz hatten, mussten wir flexible Lösungen suchen. So haben wir beispielsweise die ABB-KNX Raum Controller dezentral eingesetzt. Das hat den Vorteil der Brandlastreduzierung und ergab zudem einen Platzgewinn in den Verteilungen. Durch die strukturierte Kabelführung wurde eine Übersichtlichkeit und einfachere installation gewärleistet, was auch beim Auf- und Abbau des Hauses zugute kam.“

Hartkopf: „Richtig. Obwohl alles so flexibel eingebaut werden musste, dass das Haus für die Verschiffung wieder auseinandergebaut werden konnte, war die ABB-Technik immer äußerst zuverlässig.“


Experten im Gespräch über das Solar-Haus: Bernd Jung, Bernd Wagner, Professor Thomas Hartkopf und Christian Chowanietz (v.l.n.r.).

Das Haus ist ein Projekt aus der Metropolregion Rhein-Neckar. War die Nähe entscheidend für den Erfolg?

Hartkopf: „Wir waren auf der Suche nach der besten Lösung, egal wo sie herkommt. Aber wir waren letztlich glücklich, diese hier in Heidelberg gefunden zu haben. Denn die Nähe ist vorteilhaft für die Zusammenarbeit. Wir halten guten Kontakt und sind schnell persönlich vor Ort.“

Wagner: „Hinzu kommt, dass alles, was zur Versorgung und zur Steuerung der Versorgung beiträgt, in Heidelberg entwickelt wurde, so der ABB i-bus KNX, und auch hier produziert wird, beispielsweise die Leistungsschutzschalter. Das ist natürlich ein Vorteil, wenn die Produkte vor Ort auch angesehen und ausprobiert werden können."

Werden die TU und ABB an ähnlichen Projekten oder beim nächsten Solar Decathlon 2011 wieder zusammen Hand anlegen?

Hartkopf: „Aufgrund der guten Zusammenarbeit werden wir beim nächsten Projekt dieser Art und beim nächsten Solar-Decathlon-Wettberwerb natürlich zunächst wieder das Gespräch mit ABB suchen.“

Wagner: „Ich kann mir das ebenfalls gut vorstellen. Gerade weil wir gesehen haben, dass unser serienmäßiges Komponentenportfolio auch ein solch innovatives und visionäres Projekt unterstützen kann.“

Solar Decathlon

Der Solar Decathlon („Solarer Zehnkampf“) ist ein architektonischer und energietechnischer Wettbewerb des US-Ministeriums für Energie. Er hat das Ziel, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahr 2015 zu entwerfen. Die Häuser dürfen ihren Energiebedarf nur über selbst produzierten Solarstrom decken.

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