Desertec: Volle Sonnenkraft voraus

Wüstenstrom aus deutschen Steckdosen? Mit der Hochspannungs-Gleichstromübertragung hat ABB die Technologie zur Netzanbindung erneuerbarer Energien entwickelt – und unterstützt die Desertec-Idee bereits seit Jahren.

"Die ABB-Technologien für ein Projekt wie Desertec stehen heute bereit und sind erprobt", sagt Peter Smits, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland und Leiter der Region Zentraleuropa. So habe ABB mit der Hochspannungs-Gleichstromübertragung schon vor über 50 Jahren die Schlüsseltechnologie für den Ferntransport von Strom erfunden. Die Hochspannungs-Gleichstromübertragung wurde seitdem stetig weiterentwickelt, um Netze zu verbinden, erneuerbare Energien nutzbar zu machen und die Effizienz zu erhöhen.

Ein aktuelles Projekt: ABB realisiert derzeit die Anbindung eines der weltweit größten Offshore-Windparks in der Nordsee an das deutsche Stromnetz. "Damit stellen wir in Deutschland eindrucksvoll unsere Kompetenz in der Hochspannungs-Gleichstromübertragung und in der Anbindung erneuerbarer Energien unter Beweis", so Smits.


HGÜ-Ventile wandeln Wechsel- in Gleichstrom um und umgekehrt. Die Umwandlung erfolgt mit Hilfe tausender Halbleiter, die in bestimmten Formationen gestapelt sind.

Damit jedoch aus der kühnen Desertec-Vision Wirklichkeit wird, ist nicht nur die passende Technologie notwendig. Die Machbarkeit des Projekts hängt an vielen weiteren Faktoren wie der Finanzierung oder der politischen Lage in Nordafrika. Um dies genau zu prüfen, wird eine Gruppe von europäischen Unternehmen unter der Leitung der Versicherungsgruppe Münchener Rück am 13. Juli die Desertec Industrie-Initiative gründen. Diese Initiative hat sich zur Aufgabe gesetzt, die wirtschaftliche, politische, rechtliche Machbarkeit sowie technologische Details des Projekts zu klären.

ABB wird an der Desertec Industrie-Initiative teilnehmen und ihre technologische Expertise einbringen. Da es sich um eine Initiative handelt, die von deutschen Unternehmen vorangetrieben wird, nimmt die deutsche Landesgesellschaft für ABB eine führende Rolle ein.

"Als langjähriger Partner unterstützt ABB das Desertec-Projekt bereits von Anfang an", so Smits. ABB ist nicht nur seit mehreren Jahren für die Desertec Foundation als technischer Berater tätig. Bereits die Desertec-Basisstudie hat ABB mitentwickelt und in den frühen 90er Jahren eine Idee für ein europäisches Stromnetz erarbeitet, das verschiedene erneuerbare Energien integriert. "Wir sind fest überzeugt, dass wir unsere Technologie und unser Know-how weiterhin für den Erfolg eines solch zukunftsweisenden Projekts einbringen können", so Smits.

Das Desertec-Projekt

Das Projekt Desertec ist eine der größten privaten Ökostrom-Initiativen aller Zeiten. Das Konzept sieht eine Kooperation zwischen Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika vor. In der Nordsahara könnten Solarkraftwerke auf einer Fläche von 130 x 130 Kilometer (16.900 Quadratkilometer) bis zum Jahr 2050 bis zu 15 Prozent des europäischen Energiebedarfs decken. Mittels HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstromübertragung) soll der Wüstenstrom mit geringen Übertragungsverlusten bis nach Europa geleitet werden. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt ist erheblich: Nach Schätzungen der Münchener Rück sind 400 Milliarden Euro bis 2050 notwendig.

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    Parabolspiegel unter der Sonne Afrikas. Bild: Desertec Foundation
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