2009-12-10 - Wenige Wochen nach dem Gewinn des Solar-Decathlon-Wettbewerbs in Washington D.C. haben die ABB-Projektverantwortlichen jetzt das Team der Technischen Universität (TU) Darmstadt bei ABB Stotz-Kontakt in Heidelberg begrüßt.
Thomas Hartkopf (l.) mit Bernhard Schmeing. "Wir wollen heute einen Dialog führen zwischen Partnern, zwischen Weltmeistern der Applikation", führte ABB-Projektleiter Bernd Wagner locker ins Programm ein. Dessen wichtigster Inhalt war das offene Gespräch zwischen dem siegreichen Team der TU und den ABB-Experten darüber, was gut lief und wo Verbesserungsbedarf bestand. Verbesserungsbedarf, der bei künftigen Kooperationen umgesetzt werden soll. Denn auch hier war man sich einig: die Zusammenarbeit beim Solar Decathlon 2009 soll nicht die letzte gewesen sein.
"Der Sieg ist ein Beleg dafür, auf welch hohem Niveau sich die Gebäudetechnik in Deutschland befindet. Und das haben wir mit ABB-Produkten gezeigt", sagte Professor Dr. Thomas Hartkopf vom Lehrstuhl für „Regenerative Energien“ am Institut für Elektrische Energiesysteme an der TU Darmstadt. Die ABB-Komponenten seien äußerst flexibel für diverse Anwendungen einsetzbar gewesen, sodass alle Ideen der TU - auch solche, die nicht zum normalen Gebäudestandard gehören - umgesetzt werden konnten. Hartkopf: "Das war eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie."
Miteinander siegen - voneinander lernen
Bei aller Freude wurden Anregungen zu Verbesserungen ebenfalls diskutiert. In einem so modernen Haus, in dem extrem flexible Applikationen benötigt wurden, konnten TU-Experten die ABB-Produkte quasi in allen Einsatzvarianten testen. Dabei kamen Fragen auf, was noch alles machbar ist - immerhin wurden in dem Solar-Haus nur serienmäßig gefertigte Produkte verwendet.
Experten ziehen Fazit: Bernd Wagner (stehend) begrüßt die siegreichen Heimkehrer der Technischen Universität.
"Ich halte es für eine gute Idee, zusammen Resümee zu ziehen, auch nach einer besonders gelungenen Zusammenarbeit", sagte Bernhard Schmeing, Geschäftsführer von ABB Stotz-Kontakt, und betonte: "Für ABB war es wichtig, dass bei dem Projekt nur Standardprodukte verwendet wurden. Damit vermitteln wir anschaulich, dass diese Gebäudeautomation keine Zukunftsmusik ist." Mit serienreifen Geräten könne also schon jetzt die Energieeffizienz von Häusern verbessert und damit das Klima geschützt werden.
Smart Grids und Smart Metering nicht mehr wegzudenken
Reale Bedingungen standen auch in Washington D.C. im Vordergrund: "Wir mussten im Haus kochen, den Trockner laufen lassen, Licht und Außenbeleuchtung zu bestimmten Zeiten anschalten", erzählte Lutz Steiner vom Fachgebiet Regenerative Energien der TU.
KNX-Komponenten von ABB bildeten dabei zusammen mit einem Steuerprozessor das Herzstück der Applikationen. Über
DELTA-Zähler wurde die komplette erzeugte und verbrauchte Energie gemessen. "
Smart Grids und Smart Metering sind ein wichtiges Thema für ein solches Haus, alle Systeme sind miteinander vernetzt, kommunizieren untereinander", sagte Steiner. Damit könnten große Mengen Energie eingespart werden.
Gruppenfoto ohne Dame: Die Solar-Dacathlon-Partner von der TU Darmstadt und ABB.
Ein Erfolgsrezept, das in der US-Hauptstadt aufging: Unter den 20 Bewerbern um den Titel - von denen 16 aus den Vereinigten Staaten und nur vier vom Rest der Welt kamen - setzte sich die TU durch. Das Haus "surPLUShome" ist derweil wieder in Deutschland angekommen und wird zunächst in Essen bei einem Sponsor des Wettbewerbs aufgebaut. Ab Sommer 2010 soll es in Darmstadt zugänglich sein.
Solar Decathlon
Der Solar Decathlon („Solarer Zehnkampf“) ist ein architektonischer und energietechnischer Wettbewerb des US-Ministeriums für Energie. Er findet alle zwei Jahre auf der National Mall in Washington D.C., zwischen Lincoln Denkmal, Weißem Haus und Capitol, statt. Er hat das Ziel, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahr 2015 zu entwerfen. Die Häuser dürfen ihren Energiebedarf nur über selbst produzierten Solarstrom decken. Die TU Darmstadt hat den Wettbewerb 2009 mit ihrem Haus "surPLUShome" gewonnen, das komplett mit ABB-Technik ausgestattet ist. |