Bei den Special Olympics National Games 2010 in Bremen sind wieder 150 Mitarbeiter aus 21 Standorten als freiwillige Helfer dabei. Im Volunteer-Tagebuch auf inside/de schildert jeden Tag einer der Volunteers seine Eindrücke und Erfahrungen.
Freitag 18. Juni 2010
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Name: Siegmund Kohler, 44 Jahre Standort: ABB in Sasbach
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Ich arbeite in Sasbach als Elektriker im Modulbau. Sich bei Special Olympics als freiwilliger Helfer anzumelden, gehört für mich einfach dazu. Ich war in Bremen zum neunten Mal dabei und auch meine anderen Kollegen aus Sasbach sind „Wiederholungstäter“. Als sogenannter „Schlüsselvolunteer“ konnte ich mir die Sportstätten ja schon mal im April ansehen. Etwa zwei Wochen vor den Spielen bin ich dann mit den restlichen vier Kollegen, die sich aus Sasbach angemeldet haben, die Präsentation durchgegangen und habe ihnen erläutert, wo welche Wettkämpfe stattfinden und wo die Siegerehrungsbühnen stehen.
Wir Sasbacher sind bereits ein eingespieltes Team und haben uns sehr gefreut, dass wir die ganze Woche bei der Siegerehrung eingeteilt waren. Auch am heutigen Freitag war bei uns an der Siegerehrungsbühne noch einiges los. Im Vergleich zum Rest der Woche war es heute zum ersten Mal ein bisschen kühl und regnerisch, aber wir hatten ja unsere ABB-Jacken mit. Bei den Siegerehrungen gibt es feste Rituale mit Musik, dem Aufruf jedes einzelnen Sportlers, dem Umhängen der Medaillen und natürlich mit dem Jubel und der La-Ola-Welle, den die gerade ausgezeichneten Athleten zusammen mit ihren Fans vor der Bühne machen dürfen. Da sind jede Menge Emotionen im Spiel, sodass wir Volunteers häufig vor Freude umarmt und gedrückt werden. Die Sportler lassen ihre unbändige Freude einfach raus und es ist einfach wunderbar, in diesem Moment bei ihnen sein zu dürfen.
Zusammen mit Thomas bin ich auf unserer Siegerehrungsbühne für das Einspielen der Musik zuständig. Auch die zweite Bühne ist komplett mit ABB-Mitarbeitern besetzt. Es gibt in diesem Jahr so viele Wettkämpfe, dass sich zwei Bühnen lohnen. Bei den weiteren Aufgaben im Rahmen der Siegerehrung wechseln wir Volunteers auf unserer Bühne durch, so ist jeder Mal dran mit dem Vorbereiten der Medaillen, mit dem auf die Bühne führen der Riegen und dem Umhängen der Medaillen. Ach ja, es gibt noch eine Ausnahme: Inge aus Mannheim moderiert die Siegerehrungen immer am Mikrofon, das liegt ihr einfach im Blut.
Die letzte Siegerehrung haben wir heute gegen 13.00 Uhr vorgenommen, wie geplant. So konnten die fußballbegeisterten Kollegen noch rechtzeitig zum Spiel der Deutschen einen Platz suchen, wo sie sich das Spiel gegen Serbien anschauen. Ich mache mir nichts aus der WM und habe stattdessen die Zeit genutzt, um mit der – für uns kostenlosen – Straßenbahn ein wenig die Stadt zu erkunden. Um 18:00 Uhr haben wir uns dann wieder an der Bremen Arena getroffen, um gemeinsam an der Schlussfeier teilzunehmen. Auch hier herrschte wieder eine Gänsehautstimmung, denn die Begeisterung der vielen Athleten war mal wieder ansteckend. Besonders beeindruckt war ich von der Tatsache, dass der Moderator der Veranstaltung von einem geistig behinderten Co-Moderator unterstützt wurde, der die Halle immer wieder anfeuerte und zum Kochen brachte.
Da wir mit der Bahn insgesamt sechs Stunden unterwegs sein werden, dürfen wir noch eine Nacht länger in Bremen bleiben und machen uns am morgigen Samstag wieder auf den Weg in den Schwarzwald. Von den Erfahrungen, die ich in Bremen gemacht habe, werde ich bestimmt wieder einigen Kollegen und Freunden berichten. Und dann heißt es aufpassen, wann die Anmeldephase für die Winterspiele im sächsischen Altenberg startet.
Donnerstag 17. Juni 2010
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Name: Nina Magin, 22 Jahre Standort: ABB in Mannheim
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Ich habe mich dieses Jahr das erste Mal angemeldet, zusammen mit meiner Kollegin Franziska Adams von PersonalDirekt. Im Vorfeld war ich auch beim Fackellauf in Mannheim mit dabei, das war eine tolle Einstimmung auf die Spiele. Dort habe ich weitere Volunteers vom ABB Training Center getroffen. Mit ihnen zusammen sind wir schließlich in einem Kleinbus nach Bremen gereist.
Franziska und ich waren heute zunächst als Riegenführer eingeteilt. Unsere erste Riege war eine hoch motivierte Truppe. Der Sportler, der den fünften Platz schaffte, freute sich darüber so überschwänglich, als hätte er die Goldmedaille gewonnen. „Bist du stolz auf mich? Kriege ich jetzt eine Umarmung von dir?“ hat er mich gefragt. Natürlich hat er eine bekommen.
Auch weil mein Onkel schwerbehindert ist, haben mich die Spiele hier sehr interessiert. Ich finde es toll, dass ABB-Mitarbeiter seit zehn Jahren ununterbrochen bei Special Olympics mithelfen. Wie wichtig soziales Engagement ist weiß ich nicht zuletzt durch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Sanitäterin beim Roten Kreuz.
Unsere nächste Aufgabe bei der Leichtathletik bestand darin, beim Ballweitwurf die Weite der Würfe zu messen und die Bälle zurückzuholen. Das ist nicht so spannend, aber auch das muss ja einer machen. Zwischendrin haben wir die Athleten angefeuert; das ist hier besonders wichtig. Beim 1.500 m-Lauf zum Beispiel müssen überall an der Aschenbahn Zuschauer stehen und die Sportler anzuspornen, damit sie nicht zu früh stehenblieben. Eins ist sicher: Wir haben noch nie so viel geklatscht wie diese Woche!
Bei den nächsten Spielen wären wir auf jeden Fall gerne wieder mit von der Partie.
Mittwoch 16. Juni 2010
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Name: Katrin Kerrmann und Timo Jeworutzki, beide 22 Jahre Standort: ABB in Berlin
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Wir werden gerade zum Mechatroniker ausgebildet. Herr Antmann, der Leiter des ABB Training Centers in Berlin, hat uns Azubis vom Engagement von ABB für Special Olympics erzählt und gefragt, wer Lust hätte mitzumachen. Da haben wir uns gemeldet. Wir hatten auch schon Kontakt zu Menschen mit Behinderung: Katrin als Betreuerin im Ferienlager und Timo ganz direkt, weil seine Schwester eine Behinderung hat.
Es ist echt cool hier, wir sind wirklich positiv beeindruckt Am Anfang haben wir erst einmal vorsichtig abgewartet, was auf uns zukommt. Aber die Sportler sind ganz offen; sie sind einfach unverstellt sie selbst. Sie lachen und freuen sich, fluchen aber auch mal, drücken ganz direkt ihre Gefühle aus. Uns ist das schon bei der Eröffnungsfeier aufgefallen, wie intensiv das Publikum mitgeht. Da kam ein ganz besonderes Feeling `rüber.
Wir sind bei der Leichtathletik eingeteilt. Beim Weitsprung kamen die Athleten gleich zu uns und wollten wissen, wie der Absprung funktioniert. Sie haben sich dann unglaublich angestrengt, das Brett richtig zu treffen und sich wahnsinnig gefreut, wenn es gut geklappt hat. Am Nachmittag war unsere Aufgabe, beim Kugelstoßen zu helfen. Wir haben die Sportler angefeuert und dafür gesorgt, dass alles reibungslos abläuft. Ein Athlet hat so weit geworfen, dass die 12 Meter-Bahn nicht ausgereicht hatte und wir mit ihm auf die 20 Meter-Bahn ausweichen mussten.
Ganz so riesig haben wir uns die Spiele nicht vorgestellt, das ist ja gigantisch. Dafür klappt eigentlich alles sehr gut. Später haben wir noch kurz zugeschaut, wie der Fotograf Luca Siermann die Sportler portraitiert hat. Schön, dass die Sportler so in den Mittelpunkt gestellt werden.
Heute gingen die Wettkämpfe bis in die Abendstunden, aber danach beginnt der erste Abend ohne organisiertes Programm. Aber wir sind ja mit 20 Personen aus dem Ausbildungszentrum in Berlin dabei und werden heute mal zusammen die Bremer Altstadt erkunden.
Dienstag 15. Juni 2010
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Name: Ingeburg Herzig, 58 Jahre Standort: ABB in Hamburg
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Als ich den Aufruf zu den National Games in Bremen im Intranet gesehen habe, habe ich mich gleich als Volunteer angemeldet und bin froh hier dabei sein zu können. Dass die Spiele in Bremen stattfinden freut mich besonders, denn ich bin hier aufgewachsen und so ist das auch ein kleines „Heimspiel“ für mich.
Kennengelernt habe ich Special Olympics 2004. Als technisch-kaufmännische Sachbearbeiterin im Bereich Marine war ich bei den Sommerspielen in Hamburg zusammen mit Kunden beim Kundenempfang und war begeistert vom Engagement meines Unternehmens. Seitdem war ich jedes Jahr als freiwillige Helferin dabei.
Heute war der Tag der Qualifikationswettkämpfe in Bremen. Die Sportler müssen in Vorläufen, aber auch in anderen Disziplinen ihre angemeldeten Trainingszeiten und –weiten bestätigen. Am Vormittag wurden nahezu alle ABB-Volunteers gebraucht, damit die Laufwettbewerbe durchgeführt werden konnten, denn mit fast 100 Vorläufen wurde hier in Bremen aufgrund der hohen Teilnehmerzahl ein neuer Rekord aufgestellt. Am Anfang lief das noch ein bisschen chaotisch ab, ab nach einer Weile hatten wir die Abläufe im Griff.
Meine Aufgabe dabei war es dafür zu sorgen, dass nur die Athleten mit ihren Riegenführern in den Innenraum des Leichtathletikstadions kommen und keine Betreuer oder Trainer, denn die Regeln von Special Olympics schreiben das so vor. Am Nachmittag war ich dann beim Weitsprung eingeteilt und es war wie immer herzerfrischend die Sportler zu sehen und zu unterstützen.
Abends ging es dann aufs Wasser. Für den Volunteerabend hatte ABB eine Weserfahrt gebucht und das hat nicht nur mir als Wasserratte gut gefallen. Bei gutem Essen hatten wir Zeit für gemütliche Gespräche. Es macht großen Spaß die vielen Kollegen aus anderen Standorten kennen zu lernen, Bekannte wieder zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.
Montag 14. Juni 2010
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Name: Alexander Erbert, 32 Jahre Standort: ABB in Friedberg
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Vor ein paar Monaten habe ich einen meiner Kollegen in Friedberg mit einem Special Olympics-Shirt gesehen und gefragt, was das sei. Nach seiner Erklärung habe ich mir die Seiten im Intranet mal angeschaut und überlegt, ob das etwas für mich wäre. Ich wollte schon immer mal „was Soziales“ machen und habe mich beim nächsten Aufruf einfach mal angemeldet.
Als Service-Techniker für Roboter bin ich viel unterwegs und treffe sehr viele Menschen, aber da ich noch nie mit geistig behinderten Menschen zu tun hatte, hatte ich bei der Anmeldung schon ein mulmiges Gefühl. Aber auf der Fahrt nach Bremen hat mir meine Kollegin Bianca schon so viele schöne und lustige Geschichten erzählt, dass ich jetzt einfach nur gespannt bin auf die nächsten Tage.
Der Tag heute war schon ziemlich vollgepackt: Um 7 Uhr sind wir in Friedberg gestartet und waren dann um 12:30 Uhr im Hotel. Beim Check-In gab es für jeden zwei T-Shirts und ein Sweatshirt. Klasse fand ich, dass ich gleich mit vielen anderen Volunteers aus anderen Standorten ins Gespräch kam. Bei der Helfereinweisung habe ich erst mal gestaunt: Unser ABB-Zelt im olympischen Dorf sieht echt gut aus und mit den 150 Volunteers zusammen habe ich mich schon ein bisschen wie ein Teil einer großen Familie gefühlt.
Die Eröffnungsfeier war echt stark. Die Bremen Arena war total voll und es herrschte eine super Stimmung. Und jetzt bin ich gespannt auf morgen, dann werde ich im Leichtathletikstadion Sportler als Riegenführer beim Wettkampf begleiten.