19.07.2010 - Damit sich Elektroautos langfristig gegen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durchsetzen können, müssen zunächst Standardisierungen entwickelt werden
Elektroautos gehört die Zukunft. Denn im Vergleich zu Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren bieten sie zahlreiche Vorteile. Beispielsweise weisen elektrisch angetriebene Fahrzeuge einen erheblich niedrigeren CO
2-Ausstoss auf und tragen zum Erreichen der Klimaschutzziele der Europäischen Union (EU) bei. Ebenso spielen sie eine tragende Rolle als Energiespeicher in den intelligenten Stromnetzen der Zukunft.

Immer mehr Fahrzeuge werden künftig Strom statt Benzin tanken.
Bis Elektroautos Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gleichwertig ersetzen können, sind weitere technische Entwicklungen, zum Beispiel bei der Leistungsfähigkeit der Batterien, erforderlich. Zudem fehlt derzeit noch ein flächendeckendes E-Tankstellennetz in Europa. Auch gibt es noch keine EU-weiten Standardisierungen für Komponenten wie Stecker, Anschlüsse und Schalter. Das alles hemmt die Entwicklung von Elektroautos in Europa. Während die USA ein 2,9 Mrd. US$ schweres Forschungsprogramm für Elektroautos auflegen und auch China die Entwicklung mit Milliarden subventioniert, konzentrieren sich die europäi-schen Staaten derzeit noch auf kleinere, nationale Lösungen statt EU-weite Programme zu entwickeln.
Ladestecker bis 2011 vereinheitlichen
Das soll nun anders werden. Zumindest wenn es nach dem Willen von Antonio Tajani geht. Der EU-Industriekommissar hat einen Plan vorgelegt, der umfassende Initiativen zu Kaufanreizen und gemeinsamen technischen Standards vorsieht. Bis 2012 will die EU-Kommission beispielsweise ihre Vorschriften zur Unfallsicherheit überarbeiten. Noch in diesem Jahr soll es einheitliche Sicherheitsstandards für Elektroautos geben. Auch Kaufanreize für Elektroautos sollen europaweit abgestimmt werden. Ausserdem ist geplant, bis 2011 Standards für Ladestecker festzulegen, um sicherzustellen, dass Autofahrer ihr Fahrzeug über die Landesgrenzen hinweg problemlos aufladen können.
Wohin der Weg der EU-weiten Standardisierung in den nächsten Jahren auch führen wird: ABB ist bereits dafür gerüstet – sowohl was die erforderlichen Komponenten wie Schalter, Stecker und Kommunikations- und Steuerungsmodule, als auch Komplettlösungen für die verschiedenen Ladevarianten angeht. In Deutschland liefert ABB unter anderem Automaten, FI-Schalter, Schütze und Steuerungstechnik für die E-Mobility-Lösungen der Energieversorger und Systemanbieter. In Baden (Schweiz) installierte ABB zusammen mit der Regionalwerke AG Baden und der Stadt Baden eine Ladestation, die sowohl langsames als auch schnelles Laden (siehe Kasten) ermöglicht. Auf dem diesjährigen Genfer Autosalon präsentierte ABB zudem einen Prototyp einer Drehstrom-Ladestation, mit der es möglich ist, binnen zehn Minuten für eine Reichweite von 100 km zu tanken.
WEITERE INFOS:
rainer.r.hofmann@de.abb.com
| So wird Stromgetankt |
Standardladung mit 220/230 V, 16 A
Bei der Standardladung wird das Elektroauto an eine konventionelle Steckdose angeschlossen. Das Fahrzeug lässt sich also zu Hause, beim Arbeitgeber oder an speziellen Stellplätzen in Parkhäusern aufladen. Ein Ladevorgang dauert vier bis acht Stunden.
Schnellladung mit 400 V, 32/63 A
Bei der Schnellladung wird das Elektroauto an einen Drehstrom-Anschluss gekoppelt. Dadurch ist ein Ladevorgang in relativ kurzer Zeit möglich. Eine 20-kWh-Batterie ist beispielsweise in weniger als einer Stunde aufgeladen.
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